Franz Welser-Möst

50 Mio. sahen Neujahrskonzert

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50 Millionen Menschen in 81 Ländern der Welt erlebten das Neujahrskonzert via TV.

Franz Welser-Möst ist ein sehr guter Kapellmeister, akribisch genau vorbereitet, perfektionistisch und auf texttreue Wiedergabe der Partitur bedacht. Das 73. Neujahrskonzert, das der Staatsopern-GMD im mit rosa und weißen Rosen und Lilien aus Sanremo dekorierten Goldenen Saal des Musikvereins leitete, wurde vom Publikum heftig beklatscht.

Unter den 16 Stücken waren elf Neujahrskonzert-Premieren, darunter zwei Kostproben aus Opern der Jahresregenten Wagner und Verdi: Das Vorspiel zum 3. Akt von Lohengrin und das Prestissimo aus der Ballettmusik von Don Carlos.
Im Zentrum stand Josef Strauß, der geniale jüngere Bruder des Walzerkönigs, über den Johann Strauß sagte, Josef wäre der Begabtere, er selbst wäre nur der Populärere. Höhepunkte waren die Walzer Sphärenklänge und Hesperus-Bahnen, unendlich melodische Meisterwerke von schwereloser Schönheit, mit denen Josef seiner Verehrung für Wagner Ausdruck verlieh.

Stofftiere für Musiker, Kochmütze für Dirigent
Charmant geriet die Melodien-Quadrille, in der Johann Strauß’ Sohn Motive aus Rigoletto, Ernani und Macbeth versammelt hat – eine Hommage an Giuseppe Verdi.
Heiter ging es zu bei Erinnerung an Ernst von Johann Strauß Vater, wo Welser-Möst Stofftiere – ein Vogerl für den Sologeiger, einen Elefanten für den Kontrabass –, Wikingerhelm und Fliegenklatsche an die Musiker verteilte. Der Konzertmeister überreichte ihm eine Kochmütze, worauf der „Küchenchef“ mit einem Kochlöffel den Takt schlug.

Die TV-Zuschauer, für die 14 Kameras inklusive der fliegenden Camcat das Konzert optisch aufbereiteten, wurden mit dem einfältigen Pausenfilm Honeymoon, quasi einer Werbe-Einschaltung aus Niederösterreich, und zwei Tanzeinlagen des Wiener Staatsballetts aus Schloss Hof beglückt.

Die Kultur-Highlights des Jahres 2012

Von Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."

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