Rekordhoch

Goldpreis steigt erstmals über 3.000 US-Dollar

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Der Goldpreis hat am Freitag einen historischen Meilenstein erreicht: Erstmals übersprang das Edelmetall die Marke von 3000 US-Dollar pro Feinunze.  

Der Goldpreis knackte die Marke von 3000 US-Dollar pro Feinunze. Der Preis legte um 0,5 Prozent auf 3007,10 Dollar zu – getrieben durch Inflationssorgen und die Hoffnung auf eine lockerere Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

Inflationsdaten befeuern Gold-Rally

Analysten der ING sehen in den moderaten US-Inflationszahlen einen Schlüsselfaktor für den Höhenflug des Goldpreises. Die Aussicht auf niedrigere Zinsen macht das zinslose Edelmetall attraktiver, berichtet ntv. Der Markt rechnet mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im Juni und weiteren Lockerungen um insgesamt 70 Basispunkte bis Jahresende.

Doch nicht nur die Geldpolitik treibt den Goldkurs an. Auch geopolitische Risiken und wirtschaftliche Unsicherheiten lassen Anleger nach sicheren Häfen suchen. Besonders die Angst vor möglichen Handelskonflikten und steigenden Zöllen sorgt für Nervosität an den Märkten.

Experten sehen weiteres Potenzial

Der Aufwärtstrend beim Gold dürfte anhalten. IG-Marktstratege Yeap Jun Rong erklärt, dass Gold als Absicherung gegen Inflation und politische Risiken gefragt bleibt. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall bereits um mehr als 13 Prozent zugelegt. 

Zuletzt hatte der Goldpreis am Donnerstag nach einem Preissprung ein Rekordhoch nach dem anderen erreicht. Im Verlauf der Handelswoche konnte die Notierung kräftig zulegen und das Edelmetall hat sich seit Montag um etwa 80 Dollar je Unze verteuert. Sichere Anlagehäfen sind an den Finanzmärkten stärker gefragt, nachdem es noch keinen Durchbruch bei den Bemühungen um eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg zu geben scheint.

Trumps Zoll-Zick-Zack als Treiber

Ein wesentlicher Treiber beim Goldpreis ist auch die Sorge vor den Folgen der aggressiven Zollpolitik der neuen US-Regierung. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump im Jänner hat das Edelmetall mehr als zehn Prozent an Wert gewonnen. In dieser Zeit gab es immer wieder Zollankündigen der US-Regierung, die teilweise auch wieder zurückgenommen wurden. Zuletzt hatte Trump der EU mit Zöllen von 200 Prozent auf Wein, Champagner und andere alkoholischen Getränke gedroht.

Der Goldpreis liegt nur noch knapp unter der psychologischen wichtigen Marke von 3.000 Dollar, sagte Yeap Jun Rong, Marktstratege beim Handelshaus IG Asia. Seiner Einschätzung nach könnten gegenseitige Zölle in den kommenden Monaten eine weitere Welle von Marktturbulenzen auslösen. Gold bleibt daher "ein attraktiver sicherer Hafen in einem Umfeld, in dem Alternativen knapp sind".

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