Neue Bedrohung
Handys vermehrt unter Hacker-Attacken
23.10.2008
Sicherheitsexperten warnen, dass auch Mobiltelefone gekapert und von Hackern in "Botnets" integriert werden könnten.
Zu den größten Schrecken der IT-Sicherheit gehören die "Botnets", das sind Netze von Zombie-Computern in der Hand von Hackern. Die eigentlichen Besitzer dieser Rechner ahnen meist nicht, dass ihre Maschinen als Spam-Schleuder oder für Angriffe auf andere Computer missbraucht werden. Die Angreifer können dadurch anonym bleiben. Jetzt warnen Sicherheitsexperten in den USA davor, dass auch Mobiltelefone gekapert und in solche Botnets integriert werden könnten.
Interessantes Angriffsziel
Mobiltelefone bieten für Angreifer
mehrere Vorteile: Sie sind ständig eingeschaltet, sie senden und empfangen
immer mehr Daten und sie sind meist nicht besonders gesichert.
Antivirus-Software würde einiges an zusätzlicher Batterie-Leistung
erfordern, und die ist beim Handy immer knapp. Handys seien daher die ideale
Plattform für Angreifer, sagt Patrick Traynor vom Institut für
Computerwissenschaften an der Georgia Tech.
Abzocke per Fremdsteuerung
Dadurch ergeben sich neue
Bedrohungsszenarien, wie sie die Wissenschafter der Georgia Tech jetzt auf
einer Konferenz ausgemalt haben. So könnten gekaperte Handys dazu gebracht
werden, automatisch kostenpflichtige Nummern zu wählen, bei denen für jede
Minute hohe Beträge fällig werden. Oder die Mobiltelefone könnten so
konfiguriert werden, dass sie Klingeltöne bei Firmen bestellen, die von den
Kriminellen betrieben werden.
Weil das Mobilfunknetz sehr viel weniger offen ist als das Internet, kann es von den Betreibern besser kontrolliert werden. Ehe ein Botnet aufgebaut wird, könnten sie die Verbindungen zwischen infizierten Anschlüssen kappen. Traynor gibt aber zu bedenken, dass die Angreifer in der Vergangenheit technische Hürden schon oft überwunden hätten.