Eher Bereicherung

Netflix keine Gefahr für TV-Anbieter

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Branchenexperten sehen den Video-Streaming-Anbieter gelassen.

Wie in Österreich ist Netflix seit dem Vorjahr auch in Deutschland verfügbar. Dort haben sich nun Branchenexperten mit dem neuen Konkurrenten von TV-Anbietern näher beschäftigt. Nach deren Meinung ist die US-Online-Videothek für die deutsche Fernsehlandschaft keine Bedrohung, sondern hat ihr sogar wertvolle Impulse gegeben. "Wir haben Netflix in vielerlei Beziehung zu danken", sagte der Präsident des Breitbandnetz-Anbieters Liberty Global, Michael T. Fries, auf dem Medienforum NRW in Köln.

"Sie haben viele Verbraucher dazu bewogen, Video-Übertragung per Breitband zu nutzen, und uns haben sie dazu gebracht, mehr Geld in Applikationen zu stecken. Verbraucher, die das nutzen, schauen mehr fern. Sie lieben Fernsehen." Es gehe um die App - inhaltlich sei Netflix keine Konkurrenz fürs klassische TV, sagte Fries. Die Gesamtsehdauer sei völlig stabil geblieben. "Wir müssen uns der neuen Technik öffnen, aber wir brauchen uns nicht zu fürchten."

Online-Angebote führten zu technischen Fortschritten
Kabel-Deutschland-Vorstandschef Manuel Cubero betonte, es sei nicht zuletzt den neuen Online-Fernsehangeboten zu verdanken, dass Kabelfernsehen in den vergangenen zehn Jahren große technische Fortschritte gemacht habe. "Video im Internet - das ist der Motor unseres Wachstums."

Sogar ZDF-Intendant Thomas Bellut lobte: "Netflix bewundere ich für seine exzellente Software, in der man sehr gut finden kann, was man sucht." Was aber die Inhalte der Online-Videothek angehe, so seien diese in Deutschland "überschaubar". "Wir sehen bei unserer Mediathek im Moment keine Einbrüche. Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht."

Netflix-Erfolg hängt von länderspezifischen Gegebenheiten ab
In Skandinavien, das aber auch überwiegend englischsprachig sei, sei Netflix gleich sehr erfolgreich gewesen, so Bellut. "Dort gibt es auch einen Mangel an Kanälen. Das gibt es in Deutschland nicht. Im Moment bin ich sehr gelassen." Die Herausforderung, mit der veränderten Mediennutzung jüngerer Zuschauer umzugehen, bringe ihn mehr in Grübeln.

Zum Auftakt des Medienforums brachte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Debatte um die öffentlich-rechtlichen Mediatheken zur Sprache. Fernsehzuschauer sollten die Sendungen in den Netz-Angeboten von ARD und ZDF länger nutzen dürfen. Entsprechende Vorstöße der Politik sieht Kraft auf gutem Wege.

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