One-Man-Show

Tom Hardy genial in "No Turning Back"

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Der Brite gibt eine meisterhafte Vorstellung und tut dabei nichts als telefonieren.

Filme wie "Buried - Lebendig Begraben" mit Ryan Reynolds oder auch "Nicht Auflegen!" mit Colin Farrell haben bereits glorreich bewiesen, dass ein Film keine pyrotechnischen Spielereien oder gar metallzerschmetternde Actionszenen braucht um so spannend zu sein, dass man gar nicht mehr weiß, wie man im Kinosessel still sitzen soll. Solch kammerspielartige Psychothriller brauchen nur zwei Dinge, um gut zu funktionieren. Ein wirklich gutes Drehbuch und grenzgeniale Darsteller.

Alles steht auf dem Spiel
Mit beidem wartet auch "No Turning Back" auf. Tom Hardy, der einem breiten Publikum vor allen als Bane in "The Dark Knight Rises" bekannt sein dürfte, liefert darin eine One-Man-Show ab, die ihres gleichen sucht. Die Handlung könnte eigentlich kaum trivialer sein. Der englische Baustellenleiter Ivan Locke ist ein ehrenwerter Mann, der seine Frau und seine Kinder liebt und seinen verantwortungsvollen Job mit äußerster Professionalität und persönlicher Hingabe erfüllt. Am nächsten Tag wird das Fundament einen Wolkenkratzers gegossen, die größte Betonlieferung in der Geschichte steht bevor - und Locke ist der Mann, der dafür sorgen soll, dass alles mit der nötigen Reibungslosigkeit und Präzision klappt. Viel steht also auf dem Spiel.

Doch dann kommt alles anders, denn plötzlich setzt sich der integre und sympathische Mann am Abend in sein Auto und fährt stur Richtung London und lässt scheinbar alle im Stich: Familie, Kollegen und Baustelle. Der Schein trügt. Denn Ivan Locke ist ein ehrenwerter Mann. Und er nimmt ernst, dass sein einziger Seitensprung vor einigen Monaten in einer Schwangerschaft endete. An diesem Abend, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, wird sie das Kind bekommen. Locke hat sich entschlossen, ihr bei der Geburt beizustehen und fährt durch die Nacht. Dabei hält er sich strikt ans Tempolimit und führt die schwierigsten Telefonate seines Lebens - mit seinen Vorgesetzten, seinen Kollegen, seiner Frau, seinen Buben und der bereits in den Wehen liegenden künftigen Mutter. Deren Telefonstimmen ersetzen die fehlenden darstellerischen Partner.

"I'll fix it", hat sich Locke vorgenommen, getrieben nicht zuletzt von der Erinnerung an seinen Vater, der sich in vergleichbaren Fällen stets aus der Verantwortung gestohlen hat. Doch ob ihm diese Ehrenhaftigkeit etwas nützen wird, ist jene Frage, die den von Tom Hardy mit größter Zurückhaltung brillant gespielten Film zu einem Thriller macht.

Der Film läuft bereits in unseren Kinos.

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