Manipulierte Buchhaltung in der Gemeinde Oberwart: Millionen Euro fehlen. Der Hauptverdächtige starb bei einem Autounfall.
Am Vormittag des 7. April kam die Gemeindeaufsicht zur Finanz-Prüfung nach Oberwart – der Leiter der Buchhaltung war da bereits tot. Gustav B. (49) prallte nach einem Überholmanöver frontal gegen einen Lkw und starb.
Ohne den Oberamtsrat B., der über 30 Jahre im Stadtamt arbeitete, wurde geprüft: Zutage kamen Fehlbuchungen, Kredite bei Banken, von denen niemand wusste, und Rechnungen, die tief in Schubladen verschwanden. Insgesamt ein Schaden von kolportierten fünf Millionen Euro.
„Überforderung“
Die Manipulationen flogen auf,
weil der Rechnungsabschluss der Gemeinde für 2007 widersprüchliche Zahlen
enthielt. „Wir hatten Vertrauen in den Leiter der Buchhaltung, der autonom
arbeitete“, zeigt sich Bürgermeister Gerhard Pongracz betroffen. An einen
Freitod von B. glaubt er nicht. „Er fuhr mit dem Auto, um den Termin mit den
Prüfern nicht zu versäumen“, glaubt Pongracz. Ein Indiz dafür sei, dass sich
Benkö nicht bereichert habe. Die dubiose Buchhaltung sei vielmehr das
Resultat von „Überforderung“.
Kritik an Prüfer
Montag informierte der Stadt-Chef die
Staatsanwaltschaft. Kritik übt Pongracz an der Gemeindeaufsicht. „Die war
seit elf Jahren nicht vor Ort.“ LH-Stellvertreter Franz Steindl kontert:
„Zwei Mal pro Jahr wird geprüft. Erst durch unsere Prüfung kam der Fall ins
Rollen.“