Viren als Auslöser
Sieben Kinder an Meningits erkrankt
23.10.2008
Die durch Viren ausgelöste Krankheit ist in einem weiteren Fall wahrscheinlich, bisher wurden zwölf Kinder im Spital in Eisenstadt untersucht
Im Burgenland sind nach dem Auftreten einer durch Viren ausgelösten Meningitis vorerst nachweislich sieben Kinder erkrankt. In einem weiteren Verdachtsfall sei eine Erkrankung "höchst wahrscheinlich", hieß es aus dem Büro von Gesundheitslandesrat Peter Rezar (S). Bisher wurden insgesamt zwölf Kinder ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt gebracht und untersucht. Bei vier von ihnen seien zwar Enteroviren festgestellt worden, es sei aber keine Meningitis entstanden.
Die Krankheitsverläufe seien erfreulicherweise sehr mild, trotzdem sei Vorsicht geboten, so Rezar. Zur Verbreitung der Viren dürfte es vermutlich bei einem Sportfest in Halbturn (Bezirk Neusiedl am See) gekommen sein.
Die zur Vorbeugung angeordnete Desinfektion im Kindergarten in Halbturn sowie von Klassen- und Sanitärräumen im Gymnasium Neusiedl am See sei bereits abgeschlossen, so eine Sprecherin des Landesrates. Am Samstag sollen auch in der der Hautpschule Illmitz einzelne Klassenräume desinfiziert werden.
Voraussichtlich am Montag sollen die Maßnahmen in der Volksschule und im Kindergarten in Apetlon erfolgen. Über das Wochenende werde durchgearbeitet, die betroffenen Gemeinden hätten ausreichend Personal zur Verfügung gestellt bekommen, hieß es. Auch zusätzliche Seifenspender und Desinfektionsmittel wurden bereitgestellt.
Meningitis Man unterscheidet je nach Erreger mehrere Typen der Erkrankung, die sowohl akut wie chronisch verlaufen kann: Die eitrige oder bakterielle Meningitis entsteht bei allgemeinen Infektionen oder Eiterherden. Verschiedene Bakterien wie Influenzabazillen, Pneumo-, Strepto- und Staphylokokken verursachen dabei starke Entzündungen. Die Krankheit kann aber auch durch zahlreiche andere Erreger, darunter Viren, entfacht werden (lymphozytäre oder aseptische Meningitis). Bei der Übertragung von Meningokokken entstehen gewöhnlich zwei Krankheitsbilder, die einzeln oder gemeinsam auftreten können: Hirnhautentzündung (Meningokokkenmeningitis) oder Blutvergiftung (Meningokokkensepsis), wobei letztere Form die gefährlichere ist. Gewöhnlich werden Meningokokken durch Tröpfcheninfektion übertragen, wobei ein sehr enger Kontakt notwendig ist. Unbehandelt fällt etwa die Hälfte der infizierten Personen der Meningitis zum Opfer. Als Therapie verwendet man Sulfonamide und Penicillin. Zur Vorbeugung werden gefährdete Personen isoliert. Desinfektion und besondere Hygiene gelten als wesentliche prophylaktische Maßnahmen. |