Die geplanten mehrmonatigen Streckensperren im deutschen Schienennetz werfen ihre langen Schatten voraus.
Aus österreichischer Sicht betrifft das insbesondere die beiden Abschnitte in Bayern zwischen Regensburg und Nürnberg sowie zwischen Passau und Obertraubling. Über diese werden Personen- und Güterzüge 2026 jeweils ein halbes Jahr lang nicht fahren können. Die Konsequenzen sind einschneidend, denn etwa ein Fünftel des gesamten österreichischen Schienengüterverkehrs wird über den Grenzübergang Passau abgewickelt. Täglich passieren hier bis zu 140 Güterzüge, die einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrsverlagerung leisten. So werden jedes Jahr 1,4 Millionen Lkw-Fahrten vermieden.
Mehr Gütertransporte auf den Straßen
Im kommenden Jahr leiten die ÖBB dann pro Tag rund 80 Güterzüge über Salzburg um. Ein Teil des Ausweichverkehrs von Deutschland Richtung Wien wird aber auch über Tschechien und die Franz-Josefs-Bahn abgewickelt. "Es kommen sportliche Zeiten auf uns und unsere Kunden zu“, sagt dazu ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä.Mit den Sperren der deutschen Bahnkorridore ab 2026 ist aber nicht nur mit Beeinträchtigungen im Schienenverkehr in Österreich zu rechnen, wie der NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet. Durch die um 20 Prozent geringere Kapazität werden sich die Gütertransporte auch mehr auf die Straße verlagern.