Ein 50-jähriger Pkw-Lenker übersah die Teenager beim Abbiegen.
Es passierte zu Allerheiligen um 16.40 Uhr. Gerhard L., Geschäftsführer eine Lokals in Oberwölbling, kam mit seinem grauen C-Klasse-Mercedes von Krems – und wollte auf einer lang gezogenen, kurvigen Kreuzung von der L 110 nach links in die Straße nach Kuffern einbiegen.
Just in diesem Moment kamen die Brüder Mario (17) und Kevin S. (15) mit ihrem Peugeot-Mofa von Kuffern. Ob sie nach Hause nach Statzendorf nach rechts abbiegen oder in die andere Richtung nach Meidling fahren wollten, ist derzeit noch unklar – und so wird erst ein Sachverständiger klären können, wer an der Karambolage schuld trägt.
Unfalllenker weinte:
„Ich hab sie übersehen“
Gesichert
ist derzeit nur, dass keiner der Beteiligten betrunken war. Ob der
50-jährige Pkw-Fahrer vielleicht zu schnell unterwegs gewesen ist, wird
ebenfalls erst das Gutachten zeigen. Die Teenager auf ihrem Moped hatten
jedenfalls keine Chance mehr, dem tonnenschweren Pkw auszuweichen. Gerhard
L. traf die Jugendlichen frontal, die mit ihrem Mofa 50 Meter weit in ein
Feld geschleudert wurde. Der Gastronom stieg aus, lief zu den Opfern, und
als er sah, dass die Kinder sich nicht mehr rührten, rief er unter Tränen
Rettung und Polizei an: „Ich hab sie übersehen“, weinte der Mann, der ebenso
wie die Familien der getöteten Jugendlichen vom Kriseninterventionsteam
betreut werden muss. Die beiden Buben starben trotz Reanimation.
Alle trauern
In Statzendorf/Absdorf herrscht seit Sonntag große
Trauer und Mitgefühl mit der Familie S., die erst vor einem Jahr von Wien in
den Dunkelsteiner Wald gezogen ist. Beide Buben fanden schnell neue Freunde
in der Region, obwohl der ältere in die Bundeshauptstadt pendelte, um dort
seine Ausbildung zum Computerfachman zu machen. Kevin ging zuletzt in
Herzogenburg in die Schule. Die Eltern und Geschwister sind völlig
gebrochen. Bürgermeister Gerhard Reithmayr: „Niemand kann nachvollziehen,
wie es einem geht, wenn man zwei Kinder auf einmal verliert.