Kurz vor dem Gipfel musste die Oberösterreicherin die Besteigung abbrechen. Ein weiterer Versuch ist erst für 2010 geplant.
Gerlinde Kaltenbrunner hat auch ihren zweiten Versuch, den K2 (8611 m) zu besteigen, abbrechen müssen. Wie ihr Ehemann Ralf Dujmovits bekannt gab, hat sie sich aufgrund des schwierigen Vorankommens wegen des brusthohen Schnees dazu entschlossen, um 16 Uhr Ortszeit den Abstieg anzutreten. Zu diesem Zeitpunkt war Kaltenbrunner nur mehr 350 Höhenmeter vom Gipfel entfernt. Zuvor hatte der Steirer Gerfried Göschl, der in der Gruppe um Kaltenbrunner im Anstieg war, verkündet: “Es wäre einfach zu spät geworden, um halb 3 habe ich mich entschieden umzukehren.”
"Es geht nicht"
Kaltenbrunner war gegen Ende mit den
Kasachen Maxut Zhumayev und Vassily Pivtsov unterwegs. Sie boten ihr an,
eine Nacht auf der Schulter (auf fast 8000 m) zu übernachten. Dies lehnte
Kaltenbrunner aber ab. "Man kann es kaum glauben, es ist ein idealer
Tag: Schönstes Wetter, wolkenlos, kaum Wind, man sieht Hunderte Kilometer
weit - aber es geht nicht", meinte der steirische Skyrunner Christian
Stangl. In den Morgenstunden waren über ein Dutzend Alpinisten, darunter
Kaltenbrunner, Stangl und Göschl, vom Treffpunkt auf der sogenannten
Schulter losgegangen, um gemeinsam den Gipfel zu erklimmen. "Es sieht
so aus, als ob überhaupt niemand hinaufkommt", sagte der Steirer. "Es
ist zu viel Schnee und es ist irrsinnig steil." Nicht einmal "zu
Fünfzehnt" sei man gegen die weißen Massen angekommen. Zum
Weitergehen sei es bereits zu spät, dann wäre man erst bei Dunkelheit
vielleicht auf die Spitze gekommen - das sei zu gefährlich geworden und man
habe sich für den Rückweg entschieden, so Stangl.
Allgemeine Abreise
"Die meisten von uns wagen keinen
dritten Versuch mehr. Ein paar Japaner wollen es morgen noch einmal
versuchen, aber allzu viele Chancen gebe ich ihnen nicht, es soll auch nur
den halben Tag schön sein. Ich glaube, die Saison ist vorbei",
erklärte der erschöpfte Skyrunner, der am Donnerstag die Heimreise antreten
will. "Jetzt freu' ich mich auch schon auf die Steiermark. Es hat eben
nicht sein sollen - was soll's." Der 43-Jährige hatte wegen der
schwierigen Bedingungen auch auf sein ursprüngliches Vorhaben verzichtet, in "Skyrunner-Manier"
den Weg zum K2-Gipfel und den Abstieg binnen 24 Stunden ohne Hilfsmittel zu
schaffen.
Sun hat Nase vorn
Kaltenbrunner startete bereits Mitte Juli
einen ersten Versuch den K2-Gipfel zu erreichen. Den Aufstieg musste sie am
26. Juli wegen zu schwieriger Bedingungen abbrechen. Der K2 wäre ihr 13.
Achttausender, auf alle 14 hat es eine Frau noch nie geschafft. Die Nase
vorne hat derzeit allerdings die Südkoreanerin Oh Eun Sun (43), die der
Oberösterreicherin den 13-Achttausender-Rekord am Montag knapp vor der Nase
weggeschnappt hat.