Bahnunfall
Schwere Zug-Kollision in Kritzendorf
22.12.2017
Zwei Personenzüge krachten zusammen - Mehrere Verletzte.
Zu dem Zugsunglück kurz nach dem Bahnhof Kritzendorf bei Klosterneuburg kam es Freitagabend um 17.50 Uhr. Wie ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger gegenüber ÖSTERREICH bestätigt, waren ein Regional-Zug aus Krems – der hier durchfährt – und die S40, die aus der Station Kritzendorf ausfuhr, beide in Fahrtrichtung Wien unterwegs, als es zu dem Zusammenstoß kam.
Weihnachtswunder und "menschliches Versagen"
Doppelstock-Waggons. Wie Betroffene, die in dem REX-Zug sowie in der Schnellbahn saßen, schildern, passierte alles wie aus heiterem Himmel: „Es machte einen irren Krach. Wer stand, wurde zu Boden geschleudert.“ Auch in den Sitzen wurden die Reisenden nicht vom Aufprall verschont. Dabei kann man von einem Weihnachtswunder sprechen, dass nur bis zu sechs Passagiere mittelschwer und mindestens 6 weitere leicht verletzt wurden.
Die Helfer waren jedenfalls mit einem Großaufgebot vor Ort. Drei Feuerwehren, neun Notarzt- und 21 Rettungsautos sowie ein Rettungshubschrauber waren im Einsatz.
Die Feuerwehren aus Höflein, Kritzendorf und Klosterneuburg waren im Einsatz.
Kleines Wunder: Keine Toten
Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) sagte, die Züge waren kurz nach 19.30 Uhr bereits evakuiert, außerdem wurde ein Krisenstab eingerichtet. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) traf im Laufe des Abends an der Unfallstelle ein und ließ sich unterrichten. Kritzendorf ist eine Katastralgemeinde ihrer Heimatstadt Klosterneuburg.
Zwei Notarzthubschrauber im Einsatz
Schienenersatzverkehr eingerichtet
Die ÖBB haben inzwischen einen Schienenersatzverkehr zwischen St. Andrä-Wördern und Klosterneuburg-Weidling eingerichtet. Die Zugsstrecke ist derzeit gesperrt, wie lange die Unterbrechung aufrecht bleibt, ist noch nicht einzuschätzen.
An der Unfallstelle traf noch am Abend eine Untersuchungskommission ein. Mit den Aufräumarbeiten sollte so rasch wie möglich begonnen werden, teilte Hahslinger mit. Im Abschnitt Klosterneuburg-Weidling - St. Andrä-Wördern der Franz Josefs-Bahn wurde ein Schienenersatzverkehr mit Autobussen eingerichtet.