Das Gericht verurteilte den 42-Jährigen jetzt zu zwei Jahren Haft.
Zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt, hat am Dienstag das Urteil gegen einen 42-jährigen Tiroler, der ein siebenjähriges Nachbarsmädchen sexuell missbraucht haben soll, gelautet. Das Innsbrucker Schöffengericht sprach den Mann schuldig, vergangenen November zweimal sexuelle Handlungen durchgeführt zu haben, während er auf das Kind aufgepasst hatte. Er wurde auch wegen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses verurteilt. Der Mann legte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein, das Urteil war vorerst noch nicht rechtskräftig.
"Flucht nach vorne"
Untypisch für derartige Verfahren
sei, wie die Vorfälle aufgeflogen seien, sagte Richter Norbert Hofer nach
dem Schuldspruch. Der Angeklagte sei zur Mutter des Kindes gegangen und habe
ihr erzählt, dass das Mädchen einmal auf sein Geschlechtsorgan gegriffen
habe. "Das ist eine Schutzbehauptung und könnte man auch als Flucht nach
vorne bezeichnen", meinte der Vorsitzende zu dem körperlich behinderten Mann.
Der Schöffensenat glaube dem Kind, das die beiden Vorfälle geschildert hatte, erklärte Hofer. Bereits im Eröffnungsplädoyer hatte Staatsanwältin Karin Draschl darauf hingewiesen, dass das Mädchen zu den Übergriffen genaue, differenzierte Angaben gemacht habe und diese deshalb glaubwürdig seien. Ein Gutachter erkannte die Siebenjährige als aussagefähig. Draschl gab nach der Urteilsverkündung kein Erklären ab.
Täter leugnet
Beim Prozess gab der 42-Jährige an, dass er an
den beiden Wochenendtagen mit dem Mädchen etwas unternommen hatte. Die
Mutter hatte gearbeitet und ihn gebeten, abends mit dem Kind schlafen zu
gehen, weil es nicht alleine sein könne. "Mir wurde noch nie vorgeworfen,
dass ich Kindern zu nahe gekommen war", meinte der bis dahin Unbescholtene.
Er wisse nicht, weshalb die Siebenjährige derartiges behaupte. Er habe der
allein erziehenden Mutter damals in ihrer schwierigen Situation geholfen.
Die 36-Jährige sei im Frühjahr 2009 arbeitslos gewesen und habe finanzielle
Schwierigkeiten gehabt.
Zwei Tage nach den Vorfällen hätten eine Nachbarin und die Mutter schließlich an seiner Tür geläutet. Die Nachbarin, die normalerweise auf die Siebenjährige aufgepasst hatte, beschimpfte den Mann. Sie meinte, er wisse schon worum es gehe. Am nächsten Tag habe der 42-Jährige einen anonymen Anruf auf seinem Handy gehabt. Darauf habe ihn eine männliche Stimme als "pädophil" beschimpft. Die Mutter hatte während der Verhandlung gegenüber dem Vorsitzenden zum Teil andere Angaben gemacht.