Die amerikanische Reiseplattform Fodor's erstellt jedes Jahr eine Liste von Destinationen, die Touristen meiden sollten. Auch europäische Ziele sind dabei.
Mallorca, Bali und Koh Samui sind Traumziele, die bei vielen Reisenden ganz oben auf der Travel-Bucket-Liste stehen. Doch genau diese Orte sollte man 2025 nicht besuchen. Das Reisemagazin Fodor's warnt in der "No List" 2025 vor Reisezielen, die durch Massentourismus an ihre Grenzen stoßen. Diese Orte sind oft Opfer ihrer eigenen Beliebtheit, was zu einer Reihe von Problemen führt, die von Umweltverschmutzung bis hin zu sozialen Spannungen reichen.
Wir stellen sieben der bekanntesten Reiseziele auf der Liste vor. Die Liste soll bei Reisenden zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit beliebten Destinationen auffordern.
Reiseziele, die Urlauber 2025 meiden sollten
Bali, Indonesien

Bali kämpft mit massiven Umweltproblemen, die durch den Tourismus weiter verschärft werden. Laut The Bali Partnership, einem Zusammenschluss aus Akademikern und NGOs, fallen auf der Insel jedes Jahr 1,6 Millionen Tonnen Abfall an – darunter 303.000 Tonnen Plastik. Allerdings wird nur knapp die Hälfte davon umweltgerecht entsorgt. Etwa 33.000 Tonnen Plastik gelangen unkontrolliert in Flüsse, an Strände und ins Meer. Da keine wirksamen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation erkennbar sind, wurde Bali für 2025 erneut auf die "No List" von Fodor's gesetzt.
Barcelona, Spanien

In Barcelona wächst der Unmut der Einheimischen über den zunehmenden Massentourismus. 2024 machten manche Bewohner ihrem Ärger Luft, indem sie Besucher mit Wasserpistolen bespritzten. Um die angespannte Wohnsituation zu entschärfen, plant die Stadtverwaltung, bis 2028 sämtliche Lizenzen für kurzfristige Ferienvermietungen – beispielsweise über Airbnb – auslaufen zu lassen.
Mallorca, Spanien

Auch auf Mallorca gab es in diesem Jahr große Proteste gegen die Auswirkungen des Tourismus. Vor allem im Sommer schnellen die Preise in die Höhe. Besonders der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und die steigenden Lebenshaltungskosten sorgen bei Einheimischen für Unzufriedenheit. Am Ballermann wurden erneut strengere Regeln eingeführt, um exzessiven Partytourismus einzudämmen. Ob diese Maßnahmen langfristig Wirkung zeigen, bleibt jedoch abzuwarten.
Lissabon, Portugal

In Lissabon wird mittlerweile ein erheblicher Teil der Wohnungen als Ferienunterkünfte genutzt – Schätzungen zufolge sollen es rund 60 Prozent sein. Dies führt zu einem Rückgang an langfristig vermietbarem Wohnraum und steigenden Mietpreisen. Seit 2013 hat die Stadt dadurch etwa 30 Prozent ihrer Einwohner verloren, wie Fodor’s berichtet.
Koh Samui, Thailand

Auf Koh Samui verschärfen sich die Müllprobleme durch den unregulierten Tourismus. Die Insel produziert täglich zwischen 180 und 200 Tonnen Abfall, für den es bislang keine nachhaltige Entsorgungslösung gibt. Gleichzeitig gefährden unkontrollierte Bauprojekte die Umwelt und beeinträchtigen die Lebensqualität der Einheimischen. Fodor’s befürchtet, dass die dritte Staffel der Serie "The White Lotus", die dort gedreht wird, die Problematik noch weiter verschärfen könnte.
Mount Everest, Nepal

Der Mount Everest leidet zunehmend unter den Folgen des Abenteuertourismus. Jedes Jahr besuchen rund 58.000 Menschen die Region, was zu einer erheblichen Umweltbelastung führt. Zurückgelassener Müll und die steigende Belastung der lokalen Gemeinschaften sind ernste Probleme. Da die Regierung bislang keine Begrenzung der Besucherzahlen plant, ist vorerst auch keine Besserung in Sicht.
Kyoto und Tokyo, Japan

In Japan wird das Phänomen der "Tourismusverschmutzung" immer häufiger diskutiert. Die wachsende Zahl ausländischer Touristen sorgt für eine spürbare Beeinträchtigung der Lebensqualität der Einheimischen. Zudem fehlt es oft an Respekt gegenüber lokalen Bräuchen. In Kyoto wurde Touristen kürzlich der Zugang zum berühmten Geisha-Viertel untersagt, da sie sich dort respektlos verhielten.