200 m Delfin Langbahn: Der Wiener Schwimmer Dinko Jukic hat sich auf Rang vier platziert.
Anders als Markus Rogan hatte sich Jukic nie auf Gold fixiert, höchstens mit einer Medaille kokettiert – trotz Kollaps am Dienstag. Für ihn bedeutet Budapest nicht Endstation, sondern nur einen Zwischenstopp auf dem Weg zu Olympia 2012 in London. Das ist das Fernziel, darauf ist der Trainingsplan des 21-jährigen Wieners aus Kroatien aufgebaut. "Das Wichtigste für mich war hier, dass ich mich in der Spitze etabliere. Und ich hab mir gesagt, wenn ich meine beste Leistung abrufen kann, dann kommt das Resultat automatisch.“
Wie die Schwester
Wie Mirna wird auch das einstige Nesthäkchen
Dinko von Vater Zeljko, dem streitbaren Gerechtigkeitsfanatiker, trainiert.
Und auch die Parallelen in der Karriere, obwohl um etwa drei Jahre
zeitverschoben, sind unübersehbar. Wie seine drei ältere Schwester gewann
auch Dinko bei der Jugend-EM Gold und andere Medaillen, anders als Mirna,
bei der es das noch nicht gegeben hatte, wurde er sogar Jugendweltmeister
(Rio 2006), holte in Eindhoven erstes Edelmetall bei den Großen (2008
Silber, Bronze) und krönte sich im Dezember in Rijeka nach einem
200-Meter-Flop zum Kurzbahn-Europameister über 400 Meter Lagen.
Dinko schwimmt die härtesten Disziplinen
Kurzum, ein Golden
Boy, der Mirna mit seinem Gardemaß von 1,94 mittlerweile längst über den
Kopf gewachsen ist, aber sportlich auf ihren Spuren wandelt. Nur in anderen
Disziplinen, den härtesten des Schwimmsports: 200 Meter und 400 Meter Lagen,
200 Meter Delfin. Auch über 100 Meter Delfin zählt er zu den Topschwimmern.
Und wenn es nötig ist, auch in einer Kraulstaffel – wie bei der
Sensations-Bronze (4 x 200 m) in Eindhoven.
Politengagement
Anders sieht es im Leben aus, seit Topschwimmer
Dinko als VP-Jungpolitiker bei den Wien-Wahlen im Oktober kandidiert. Seit
er von Werbeplakaten lächelt, spürt Jukic ganz schön viel Gegenwind.
Mitunter auch aus der Schwimmer-Gemeinde. Zu viel Druck, den er sich da
aufgehalst hat? „Nein“, sagt Dinko, „weil man ja nicht unbedingt eine
Medaille gewinnen muss, um Positives in der Politik zu leisten.“ Schwester
Mirna hingegen schließt nicht aus, dass die neue Stresssituation
mitverantwortlich für seinen unerklärlichen Kollaps im Hotellift gewesen
sein könnte.
Platz 4
Der Wiener Dinko Jukic hat am Donnerstag bei der
Budapester Langbahn-Schwimm-EM in Budapest über 200 m Delfin in 1:57,71
Minuten Finalrang vier belegt. Die Bronzemedaille verpasste der 21-Jährige
um 61/100 Sekunden. Es gewann der Pole Pawel Korzeniowski in 1:55,00 vor dem
Russen Pawel Skworzow und dem Griechen Ioannis Drymonakos.
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Das war der Live-Ticker:
18.05 Uhr: Gold für den Favoriten Korzeniowski! Der Russe Skworzow rettet Silber ins Ziel. Bronze geht an den Griechen Drymonakos.
18.04 Uhr: Keine Medaille für Österreich. Dinko Jukic landet auf Platz 4.
18.01 Uhr: Favorit ist der Pole Korzeniowski. Und los geht's.
18 Uhr: Und jetzt Daumen drücken für den Österreicher Dinko Jukic. Er hatte mit 1:57.81 die drittbeste Zeit im Halbfinale. Kann er im Finale über 200 Meter Delfin für Österreich eine Medaille holen?
17.58 Uhr: Bronze für Mensing! Nicht für Samulski! Eine große Überraschung, aber eine positive aus deutscher Sicht! Die Britinnen feiern einen Doppelsieg. Spofforth siegt vor Simmonds.
17.56 Uhr: Nach einer Siegerehrung geht es los. Samulski auf Bahn 5, ihre größten Konkurentinnen, die Britinnen Gemma Spofforth und Elizabeth Simmonds schwimmen auf 3 und 4. Als zweite Deutsche ist Jenny Mensing auf Bahn 7 dabei.
17.52 Uhr: Heisseste Favoritin ist die Engländerin Elizabeth Simmonds. Sie konnte sich mit einer Zeit von 1:00.52 knapp vor der Deutschen Samulski im Halbfinale durchsetzen.
17.47 Uhr: In wenigen Minuten geht es mit dem Finale über 100 Rücken der Damen weiter.
17.45: Uhr: Großer Sieg von Gyurta. Ungarn tobt schon wieder. Kochs Endspurt kommt leider zu spät. Keine Medaille, nur Rang sieben. Sein Rückstand war nach 150 Metern schon zu gewaltig. Dale Oen holt Silber vor Dubosq.
17:39 Uhr: Der Ungar Gyurta konnte sich im Halbfinale mit einer zeit von 2:10.11 durchsetzen. Zweitbeste Zeit hatte der Deutsche Koch mit 2:11.47.
17.37 Uhr: Jetzt kommt das 200 Meter Brust-Finale der Männer und es wird ernst für Deutschlands Schwimmer. Über 200 Meter Brust startet Marco Koch auf Bahn 5. Seine großen Konkurrenten sind der Ungar Gyurta auf Bahn 4, der Luxemburger Carnol auf Bahn 3, der Norweger Dale Oen auf Bahn 2, der Italiener Giorgetti auf Bahn 6 und der Franzose Dubosq auf Bahn 7.
17.33 Uhr: Im Zweiten Halbinale hat die junge Schwedin Sjoestroem die große Alshammer geschlagen.
17.29 Uhr: Mit dem Finale ist es für Koschischek gelaufen. Sie erreicht mit einer Zeit von 1:00,33 als Letzte das Ziel.
17.28 Uhr: Im nächsten Bewerb heißt es wieder für Österreich "Daumen drücken". Birgit Koschischek tritt im 100 m Delfin Halbfinale an.
17.25 Uhr: Im zweiten Halbfinale verliert Weltrekordler Bernard, kommt aber trotzdem locker ins Finale. Deibler ist als Elfter raus.
17.22 Uhr: Der deutsche Deibler bricht auf den letzten Metern weg, davor sah es eigentlich ganz gut aus. So wird es als Fünfter aber schwer mit dem Finale.
17.20 Uhr: Startschuss für das 100 m Kraul-Semifinale der Herren.
17.18 Uhr: In einem spannenden Finish gewinnt die Ungarin Katinka Hosszu vor ihrer Landsfrau Evelyn Verraszto.
17.16 Uhr: Nach zwei Längen führt die Favoritin Camille Muffat.
17.13 Uhr: Weiter geht es mit dem 200 m Lagen-Finale der Damen.
17.12 Uhr: In einem spannenden Finnish kann sich die Dänin Lotte Friis noch an der Französin Etienne an die Spitze setzen und gewinnt das 800 m der Damen. Auf Platz drei landet die Irin Murphy.
17.10 Uhr: Nur noch zwei Längen. Immer noch führt die Französin.
17.07 Uhr: Nach der Hälfte liegt die Französin Etienne knapp vor Friis und Murphy. Bis jetzt konnte sich noch keiner absetzen.
17.05 Uhr: Nach 4 Längen liegt die Dänin Lotte Friss vor der Favoritin aus Irland.
17.02 Uhr: Startschuss!
17.01 Uhr: Favoritin ist die Irländerin Grainne Murphy. die eine Qualifikationszeit von 8:28.91 hingelegt hat.
16:58 Uhr: Im Anschluss an das 200 m Lagen-Finale der Damen.
16:55 Uhr: Startschuss zur Abendsession bei der Schwimm-EM in Budapest. Erster Programmpunkt sind die 800 m Kraul der Damen.
Am Donnerstag rund um 18.00 Uhr könnte es für Österreichs Team etwas mit der zweiten Medaille bei diesen Titelkämpfen werden. Dinko Jukic kam über 200 m Delfin in 1:57,81 Minuten als Drittbester der Semifinalläufe weiter, hatte sich für das Finale noch Reserven aufgehoben. Den polnischen Schnellsten Pawel Korzeniowski schätzt der Wiener im Medaillenkampf am stärksten ein, doch er hatte für die Titel-Entscheidung auch schon eine Taktik parat.
Korzeniowski war davongezogen
"Bis 100 m sollte ich
mithalten können, da ging es relativ locker", erklärte Jukic. "Auf
dem dritten 50er muss ich aber zulegen, da muss ich mitgehen."
Korzeniowski war da in der Vorschlussrunde davongezogen, demonstrierte seine
Stärke. Den Russen Nikolaj Skworzow schätzt Jukic etwas schwächer, aber noch
immer stark ein. Dazu kommt noch Ioannis Drymonakos, der Grieche hat erst
kürzlich eine zweijährige Dopingsperre abgesessen.
"Die Ausdauer passt"
Knapp am Endlauf vorbei ging es
für Hunor Mate über 200 m Brust, der gebürtige Ungar zeigte jedoch eine anspruchsvolle
Leistung. In 2:12,68 Minuten war er um eine knappe Sekunde schneller als im
Vorlauf, verpasste den Aufstieg als Neunter um 57/100. Über 100 m Brust war
Mate 14. geworden. "Die Ausdauer passt, vielleicht habe ich ja auch zu
spät angegriffen", sagte der 27-Jährige. "Wären es wie
laut Regeln zehn Bahnen, wäre ich im Finale."
Fünf Titelentscheidungen
Von den fünf Titelentscheidungen
des Tages ragte der Sieg von Paul Biedermann über 200 m Kraul heraus. In
1:46,06 Minuten ließ der Deutsche seine Niederlage über 400 m Kraul
vergessen, verteidigte seinen Titel mit Erfolg. Die 1.500 m Kraul brachten
nach vier Erfolgen des Russen Jurij Prilukow durch Sebastien Rouault in
14:55,17 Frankreichs dritten Goldlauf bei diesen Meisterschaften, womit die "Equipe
Tricolore" weiter die Medaillenwertung anführt.
EM-Rekord
Bei den Damen tippte Mirna Jukic ihre Nachfolgerin als
Europameisterin über 100 m Brust richtig, Julia Jefimowa gewann mit dem
EM-Rekord von 1:06,32 Minuten mit 1,04 Sekunden vor den zeitgleichen Rikke
Moeller Pedersen (DEN) und Jennie Johansson (SWE). Die 100 m Kraul gingen in
53,38 Sekunden an Francesca Halsall (GBR). Und 100-m-Rücken-Titelträger
Camille Lacourt blieb im Rückensprint-Semifinale nur 26/100 über dem
Weltrekord.