Ski-WM 2025

Wintermärchen in Saalbach: Außenseiter holen sieben Medaillen für Österreich!

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Österreichs Skiteam überrascht bei der Heim-WM: Sieben Medaillen in Saalbach sorgen für eine erfolgreiche Bilanz – trotz anfänglicher Skepsis.

Die alpine Ski-WM von Saalbach-Hinterglemm geht als sportlicher Erfolg in die ÖSV-Geschichte ein. „Wir haben die Erwartungen übertroffen, die öffentliche Wahrnehmung war sicher eine andere. Ich danke den gefährlichen Außenseitern, die zugeschlagen haben“, sagte ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober. Das zuvor nicht überragend erfolgreiche Team holte in elf Bewerben sieben Medaillen – zwei in Gold, drei in Silber und zwei in Bronze.

Starker Auftritt in den Kerndisziplinen

Besonders erfreulich: Sechs der sieben Medaillen wurden in klassischen Disziplinen gewonnen. Damit zeigte sich eine deutliche Steigerung im Vergleich zur letzten WM in Frankreich, bei der Österreich erstmals seit 36 Jahren ohne Gold geblieben war. Auch organisatorisch war die Heim-WM ein Erfolg. „Das war ein Wintermärchen“, so Stadlober.

Schweiz dominiert Medaillenspiegel

Sportdirektor Mario Stecher sprach von einem „tollen Skifest und Werbung für den Skisport“. Trotz der starken Leistung sieht er noch Verbesserungspotenzial: „Wir dürfen nicht sagen ‚alles super‘. Der Riesentorlauf der Frauen hat uns unsere Schwachstellen klar aufgezeigt.“

Die Schweiz war mit insgesamt 13 Medaillen (5/5/3) die erfolgreichste Nation, Österreich folgte mit sieben (2/3/2) auf Platz zwei. Stecher dämpfte die Erwartungen für die nächste WM in Crans-Montana 2027: „Wir werden die Schweizer nicht einfach 13:7 schlagen. Das wäre ein Wunschtraum.“

Haaser und Venier sorgen für Highlights

Alpinchef Herbert Mandl lobte besonders die Goldmedaillen von Stephanie Venier (Super-G) und Raphael Haaser (Riesentorlauf). „Gerade im Riesentorlauf haben wir in den letzten Jahren gehadert“, betonte er.

Im Herren-Team zeigte sich Cheftrainer Marko Pfeifer sehr zufrieden: „Wir haben uns in jeder Disziplin stark präsentiert.“ Haaser holte Gold im Riesentorlauf und Silber im Super-G, Vincent Kriechmayr sicherte sich Silber in der Abfahrt. „Für uns glänzt das fast wie Gold“, so Pfeifer.

Ein Wermutstropfen war die knapp verpasste Medaille von Marco Schwarz, der im Riesentorlauf um zwei Zehntel Bronze verfehlte. „Er war richtig enttäuscht. Trotzdem müssen wir hoch anrechnen, was er geleistet hat“, erklärte Pfeifer.

Frauen-Team erfüllt Erwartungen

Die ÖSV-Damen holten vier Medaillen. Venier gewann Gold im Super-G, Mirjam Puchner Silber in der Abfahrt, Katharina Liensberger Bronze im Slalom und zusammen mit Katharina Truppe auch in der Teamkombi. „Mit Super-G-Gold ist ein Stein vom Herzen gefallen, das hat Druck genommen“, sagte Trainer Roland Assinger.

Das Team setzte auf Lockerheit: „Die Gaudi stand im Vordergrund“, erklärte Assinger. Gleichzeitig erinnerte er an die Schattenseiten des Sports: „Man muss auch an die Verletzten wie Ricarda Haaser und Nina Ortlieb denken.“

Überschuss soll in den Sport fließen

Neben den sportlichen Erfolgen gibt es auch wirtschaftliche positive Nachrichten. ÖSV-Geschäftsführer Christian Scherer kündigte an, dass ein finanzieller Überschuss erzielt wurde, der in den Skisport investiert wird: „Das müssen wir, um gewisse Defizite zu kompensieren.“Das Ziel bleibt klar: „Wir wollen in allen Bewerben um Gold mitfahren. Natürlich wäre es schön, einmal zwei Österreicher auf dem Podest zu sehen“, so Scherer.Die Schweiz schaffte das in Saalbach gleich viermal. „Diese Rivalität tut uns gut“, meinte Stadlober. „Ohne Konkurrenz gäbe es keinen Ansporn – und genau den brauchen wir.“

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