Angeklagte "wie Popstars"
Gruppen-Vergewaltiger lassen sich vor Gericht feiern
30.08.2016
Arme in Siegerpose hochgereckt - Verwandte winken zu, schicken Küsschen.
Es ist kaum zu glauben, was sich gerade in einem Gericht im Hamburger Stadtteil Harburg abspielt: Vier junge Serben (14 bis 21 Jahre alt) dürften am 11. Februar 2016 eine 14-Jährige vergewaltigt haben. Dem Mädchen, das bis zur Besinnungslosigkeit betrunken war, führten sie dabei Flaschen und eine Taschenlampe in die Vagina ein.
Nach der Tat wurde das besinnungslose Opfer, das kaum bekleidet war, bei Temperaturen knapp über Null Grad in einem Hinterhof hilflos abgelegt.
Vor Gericht zeigten sich die Jugendlichen jetzt wie Popstars: die Arme in Siegerpose hochgereckt, ein breites Grinsen im Gesicht, machomäßiger Gang, winkten sie den Mitgliedern ihrer Großfamilie zu. Die warfen ihnen im Gegenzug Küsschen zu. Das Mädchen sei "selbst Schuld" gewesen, dass es zum Sex kam, hieß es von Seiten der Angehörigen.
Erdrückende Video-Beweislast
Ihre 15-jährige Freundin soll die unfassbare Tat mit ihrem Handy mitgefilmt haben. Sie ist nun wegen unterlassener Hilfestellung und Beihilfe angeklagt.
Eine der Verwandten bewarf vor Gericht die filmenden Journalisten mit einer Mineralwasserflasche.