Ein heimlich aufgenommenes Video zeigt, wie Jewgeni Prigoschin in einem russischen Gefängnis neue Soldaten für den Ukraine-Krieg rekrutiert – darunter auch verurteilte Sexualstraftäter.
Der Unternehmer Prigoschin, auch als "Putins Koch" bekannt, saß selbst knapp zehn Jahre wegen diverser Delikte ein. Der glatzköpfige Milliardär betreibt nicht nur sein Gastro-Unternehmen Konkord, sondern gilt auch als Financier der berüchtigten Söldner-Gruppe Wagner, der in Syrien, Afrika und auch in der Ukraine diverse Gräueltaten nachgesagt werden.
Ein im Internet kursierendes Video soll nun zeigen, wie Prigoschin in einem russischen Gefängnis neue Rekruten für den Ukraine-Krieg anwirbt. Und zwar mit drastischen Worten: "Ich nehme euch lebend, ich bringe euch nicht immer lebend zurück", warnt er die Insassen. Freiwilligen verspricht er dagegen auch: "In einem halben Jahr kehrt ihr nach Hause zurück – mit einer Begnadigung." Die Männer hätten fünf Minuten Zeit, sich zu entscheiden.
This video of Prigozhin giving a recruitment speech at a Russian prison is quite something. “I take you alive. I don’t always bring you back alive.” He says all who go fight in Ukraine, including rapists, will be amnestied on return. Deserters will be shot. Gives 5 mins to decide pic.twitter.com/AY6zpYixy5
— Matthew Luxmoore (@mjluxmoore) September 15, 2022
Dass unter den Hefenbrüdern auch Kinderschänder und Sexualstraftäter sind, kommentiert Prigoschin so: "Wir gehen sehr sorgfältig mit denen um, die wegen Sexualstraftaten einsitzen." Aber: "Wir verstehen auch, dass Fehler passieren."
Drei Sünden für neue Rekruten
Wer sich freiwillig für den Kriegsdienst meldet und die körperliche Eignung besteht, für den gelten strenge Regeln.
"Die erste Sünde ist zu desertieren!", stellt Prigoschin klar. Wer sich ergibt, müsse zwei Granaten bei sich haben – wohl um sich mit dem Feind in die Luft zu sprengen.
Die zweite Sünde seien Alkohol und Drogen, „und die dritte Sünde ist das Plündern. Das beinhaltet sexuelle Kontakte mit einheimischen Frauen, Flora, Fauna, Männer – egal mit wem."
Ein Kodex, der an der Front wohl leider nicht immer eingehalten wird.