Unter 3.000
Spanien freut sich über weniger Verkehrstote
02.01.2008
Während man sich bei uns über eine Zahl unter 700 freut, jubelt Spanien bereits über weniger als 3.000 Verkehrstote im letzten Jahr.
Die Einführung des Punkte-Führerscheins und eine drastische Verschärfung der Strafen für Verkehrssünder in Spanien zeigen Wirkung: Erstmals seit 1967 starben auf den Straßen des Landes weniger als 3.000 Menschen in einem Jahr. 2007 seien 2.741 Verkehrstote gezählt worden, neun Prozent weniger als im Vorjahr, teilte Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba am Mittwoch in Madrid mit.
Zahl der Autos verachtfacht
Der Rückgang sei auch deshalb
bemerkenswert, weil sich die Zahl der Autos auf den Straßen in den
vergangenen 40 Jahren verachtfacht habe. Raserei sei aber nach wie vor die
häufigste Unfallursache. Die Zahl der angetrunkenen Fahrer sei dagegen etwas
zurückgegangen.
Punkte-Führerschein wirkt
Um die im europäischen Vergleich
überdurchschnittlich hohe Zahl von Verkehrsopfern zu senken, hatte die
spanische Regierung am 1. Juli 2006 den Punkte-Führerschein eingeführt. Nach
französischem Vorbild startet jeder Autofahrer mit zwölf Pluspunkten. Je
nach Verstoß werden zwei bis sechs Punkte abgezogen und Geldstrafen zwischen
90 und 600 Euro fällig. Ist der Kontostand auf Null geschrumpft, muss der
Fahrer den Führerschein zunächst für ein halbes Jahr abgegeben, eine
Verkehrsschulung besuchen und eine Theorie-Prüfung ablegen.
Fünf Jahre Haft für Raser möglich
Im vergangenen
Jahr wurden zudem über eine Reform des Strafgesetzbuches die Strafen für
Verkehrsdelikte drastisch verschärft. Rasern und Promillesündern drohen in
Spanien bis zu fünf Jahre Haft. Mit Gefängnis kann bestraft werden, wer mit
mehr als 200 Stundenkilometern über die Autobahn oder mit Tempo 110 durch
Ortschaften rast sowie am Steuer mit mehr als 1,2 Promille Alkohol im Blut
erwischt wird. Hinzu kommt ein Führerscheinentzug von bis zu zehn Jahren.
Entscheidend für die Festlegung des Strafmaßes ist es, inwiefern fahrlässig
andere Menschen in Gefahr gebracht wurden. Auf spanischen Autobahnen gilt
ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern, die Promillegrenze liegt bei 0,5.