Robert Burris wurde vom unter Korruptionsverdachte stehenden Gouverneur Blagojevich ernannt. Er darf seinen Senatssitz nicht einnehmen.
Die Regelung der Nachfolge Barack Obamas im US-Senat wird sich noch länger hinziehen und möglicherweise auch die Gerichte beschäftigen. Der von einem unter Korruptionsverdacht stehenden Gouverneur zum Senator ernannte Robert Burris konnte seinen Sitz im Kongress am Dienstag nicht einnehmen. Er sei aufgrund ungenügender Dokumente abgewiesen worden, erklärte der Demokrat unmittelbar vor der konstituierenden Sitzung des 111. Kongresses. Er suche keine Konfrontation, werde nun aber seine weiteren Möglichkeiten prüfen.
Höchst umstritten
Burris' Ernennung durch den Gouverneur von
Illinois, Rod Blagojevich, ist höchst umstritten. Die Demokraten, ihr
Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, und der künftige Präsident Obama haben
die Nominierung wegen der gegen Blagojevich erhobenen Vorwürfe abgelehnt.
Ein Anwalt Burris' erklärte, ihnen sei nicht gestattet worden, das Plenum
des Senats zu betreten. Das verstoße gegen "das Recht dieses Landes", sagte
Timothy Wright. Nun blieben als Möglichkeiten rechtliche Schritte oder
Gespräche mit der Senatsführung.
Noch wenige Stunden zuvor hatte Burris erklärt, er komme als rechtmäßig ernannter Senator nach Washington. Burris wollte Reid am Mittwoch zu einem Gespräch treffen. Seine Dokumente waren tatsächlich unvollständig: Der Innenminister von Illinois, Jesse White, hatte sich wegen der umstrittenen Nominierung geweigert, Burris die Ernennungsurkunde auszufertigen.
Korruptionsvorwürfe
Der 71-jährige will den Senatorenposten
übernehmen, der nach Obamas Wahl zum US-Präsidenten frei geworden ist.
Blagojevich wird vorgeworfen, er habe versucht, den Senatssitz zu verkaufen.
Die Ermittlungen und ein Amtsenthebungsverfahren dauern noch an. Der
Gouverneur hat die Befugnis zu bestimmen, wer Obamas Sitz im Senat bis zur
nächsten regulären Wahl einnimmt.