Kimberley-Prozess
Kongo kämpft gegen Handel mit Blutdiamanten
08.11.2007
Die Demokratische Republik Kongo hat sich am Donnerstag in Brüssel verpflichtet, den illegalen Handel mit Diamanten zur Finanzierung von Konflikten zu unterbinden.
Das afrikanische Land gehört künftig zum sogenannten Kimberley-Prozess, in dem Staaten, Industrie und Nichtregierungsorganisationen im Kampf gegen "Blutdiamanten" organisiert sind.
Problem Elfenbeinküste
Der Vorsitzende des
Kimberley-Prozesses, Karel Kovanda, sagte: "Jetzt gibt es nur noch in der
Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) Probleme mit Konfliktdiamanten." Um
Verbrauchern die unbedenkliche Herkunft der Edelsteine garantieren zu
können, hätten Regierungen, Industrie und Nichtregierungsorganisationen
schärfere Kontrollen beschlossen.
Bürgerkriege finanziert
Mit "Blutdiamanten"
("Konfliktdiamanten") haben Rebellen in mehreren Ländern Afrikas in den 90er
Jahren Bürgerkriege finanziert. Besonders in Sierra Leone, Liberia, Angola
und der Demokratischen Republik Kongo brachten Aufständische Minen unter
ihre Kontrolle und finanzierten mit Diamanten-Schmuggel ihre Waffenkäufe.
Terrororganisationen wie Al-Kaida nutzten illegale Edelsteinexporte für die
Geldwäsche.
3,7 Prozent weltweit waren "Blutdiamanten"
Der
Branchenführer De Beers schätzte, dass im Jahr 2000 "Blutdiamanten" 3,7
Prozent des weltweiten Rohdiamantenumsatzes ausmachten. Bei einem
Handelsvolumen von 7,5 Milliarden Dollar waren das 280 Millionen. Nach
anderen Angaben kamen bis zu 15 Prozent der Ware im internationalen
Diamantenhandel aus illegalen Quellen.
Kimberley-Prozess
Nach weltweiten Protesten vereinbarten
Regierungen, Firmen und Organisationen unter der Schirmherrschaft der
Vereinten Nationen den im Jahr 2003 in Kraft getretenen "Kimberley-Prozess".
Mit dem in der südafrikanischen Stadt Kimberley beschlossenen System aus
Herkunfts-Zertifikaten wollen 71 Länder sowie alle wichtigen Zentren für
Förderung, Verarbeitung und Handel den Weg der Edelsteine "von der Mine zum
Finger" lückenlos belegen. Der Schmuggel von Rohdiamanten zur
Kriegsfinanzierung soll so unterbunden werden. Hilfsorganisationen
kritisieren Lücken im Kimberley-System durch Korruption und unzureichende
Kontrollen.