Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat McCain greift seinen demokratischen Rivalen Obama nach seinem Berlin-Auftritt an.
Der republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain hat seinen demokratischen Rivalen Barack Obama scharf attackiert, weil dieser sich bei seinem Deutschland-Besuch nicht mit US-Soldaten getroffen hat. Für den Republikaner ein Anlass, über "die mangelnde Erfahrung Obamas" zu ätzen.
"Haufen unterwürfige Deutsche"
Der Senator aus
Illinois ziehe einen "Haufen unterwürfige Deutsche" einem Besuch bei
verwundeten Truppen vor. Mit dieser Aussage wollten die Republikaner Obamas
umjubelte Rede vor der Berliner Siegessäule heruntermachen. Auch in einem
frisch geschalteten TV-Wahlkampfspot griff das McCain-Lager das Thema auf.
Militärkrankenhaus nicht besucht
US-Präsidentschaftsanwärter
Obama hatte einen für vorigen Freitag geplanten Abstecher in das
US-Militärkrankenhaus in Landstuhl tatsächlich kurzfristig abgesagt.
Offizielle Begründung: er wolle den Besuch nicht zu einem Wahlkampftermin
machen. Auch das US-Verteidigungsministerium hatte Bedenken angemeldet. In
Afghanistan und im Irak hatte Obama sich mit Truppen getroffen, war dort
allerdings Teil einer offiziellen Kongressdelegation.
Fettnäpfchen um Steuern sparen
Kritisiert wird Obama aber
auch von deutschen Politikern. Ihnen stößt sauer auf, dass der
Präsidentschaftskandidat mit einem stärkeren Engagement deutscher Truppen in
Afghanistan die Steuern für US-Bürger senken will. "Mehr deutsche Soldaten
nach Afghanistan für Steuersenkungen in Amerika ist eine abwegige Idee", so
der CSU-Vorsitzende Erwin Huber.
Obama hatte davor erklärt: "Wenn wir mehr NATO-Truppen in Afghanistan haben, bedeutet das langfristig weniger amerikanische Truppen dort. Das wiederum bedeutet, dass wir Milliarden Dollar sparen, mit denen wir Steuersenkungen für Mittelklassefamilien finanzieren können, die unter den gestiegenen Benzinpreisen leiden."