Selten gab es so viele qualifizierte Bewerber für die ORF-Generaldirektorenwahl wie diesmal. Clemens Pig ist zweifelsohne einer der besten Medienmanager des Landes, mit Lisa Totzauer und Kathrin Zierhut gibt es zwei hochkompetente Frauen aus dem ORF, Markus Breitenecker und Johannes Larcher sind Streaming-Profis. Sie alle haben durchaus spannende Konzepte, wie man den ORF reformieren sollte.
Dennoch hat die Politik es (wieder einmal) geschafft, der ORF-Bewerbung einen dermaßen schlechten Beigeschmack zu geben, dass de facto alle Kandidaten beschädigt sind. Pig wird als „Regierungskandidat“ denunziert, Breitenecker wird von den NEOS vereinnahmt, Totzauer als „Schwarze“, Zierhut als „Blaue“ geframt und Larcher als „Zeiler-Mann“ tituliert.
Dahinter steckt eine grausliche politische Schlammschlacht, die an die schmutzigsten Nationalratswahlkämpfe erinnert. Frei nach dem Motto: Wenn ihr „unseren“ Kandidaten ramponiert, dann machen wir euren kaputt.
Dabei ist das Bewerberfeld wahrscheinlich so unabhängig, wie überhaupt noch nie in der ORF-Geschichte. Genau das dürfte der Politik ein Dorn im Auge sein. Denn einen wirklich unabhängigen ORF will keine Partei. Da ist es besser, man schwächt den neuen Chef schon, bevor er überhaupt anfängt …
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